Unsere Top-Empfehlungen für Urlaub mit Kind in Südtirol

Südtirol bietet unheimlich viele Aktivitäten für Familien mit Kindern. Vor allem, wer im Voraus etwas recherchiert, wird sicherlich fündig. Da unser Sohn noch nicht alt genug für Wanderungen ist und sich auch nur kurzfristig von Kraxe oder Kinderwagen überzeugen lässt, haben wir uns andere tolle Unternehmungen gesucht und möchten dir hier unsere Favoriten vorstellen.

Tierwelt Rainguthof in Gfrill

Wer Kinder hat, weiß sicherlich: Tiere gehen immer. Nicht weit weg von unserer Unterkunft in Nals liegt die Tierwelt Rainguthof. Ein uriger alter Bauernhof auf 1.100 Metern lockt mit vielen verschiedenen Tierarten Gäste an. Eintritt kostet der Rainguthof nicht, jedoch wird um eine freiwillige Spende gebeten. Auf dem Hof leben Schafe, Kühe, Schweine, Hühner, Rehe, Vögel, Eichhörnchen etc., die zum Teil auch gestreichelt werden können und frei herumlaufen. Leider regnete es in Strömen, als wir dort waren, aber auch bei miesem Wetter hatte unser Kleiner seine Freude dabei, die Tiere zu füttern und zu sehen. Tierfutter kann man am Eingang kaufen. Bei gutem Wetter hat man hier eine Sicht bis zu den Dolomiten, die uns aber leider verwehrt blieb. Trotzdem war es ein schöner Ausflug, den wir auf jeden Fall sehr empfehlen können. Gerade bei gutem Wetter kann man sich hier sicherlich einen Tag lang aufhalten.

Erlebnisteich Schwemmalm

Im Ultental südwestlich von Meran fahren Gondeln hinauf auf die Schwemmalm auf 2.100 m. Oben angekommen wartet ein großes Wandergebiet im Sommer auf begeisterte Wanderer. Der Blick auf die umliegenden Berge ist wirklich fantastisch. Etwas unterhalb der Bergstation, aber mit Kinderwagen super zu laufen, liegt ein besonderes Highlight: ein Erlebnisteich für Kinder. Dieser ist sehr flach, super sauber und lädt zum Spielen und Planschen ein. Was wir vorher nicht bedacht hatten: auch bei 30 Grad im Tal ist es in 2.000 Metern Höhe frisch. Die Badesachen blieben bei uns also in der Tasche, aber auch ohne Baden hatte unser Kleiner (und wir auch) jede Menge Spaß. Mit einem Floß kann man über den Teich fahren (Achtung, Gefahr von nassen Füßen) und natürlich tausende Steine ins Wasser werfen. Der Teich ist naturnah angelegt und bietet mit Holztischen, -stühlen und -liegen auch für Erwachsene Erholungsmöglichkeiten. Zudem ist ein Zaun um den Erlebnisteich herum, so dass die Kinder auch nicht schnell abhauen können.

Hat man genug geplanscht und gespielt, sind in unmittelbarer Nähe des Erlebnisteiches zwei Almen: die innere und die äußere Schwemmalm. Wir kehrten bei der äußeren Schwemmalm ein, da sie etwas größer ist und einen Spielplatz dabei hat. Auf der Terrasse kann man herrlich die Sonne genießen und lecker schlemmen. Besonders der Heidelbeerstrudel ist fantastisch.

Auch Tiere kann man auf der Schwemmalm sehen. Kühe weiden friedlich auf den grünen Wiesen und bei der äußeren Schwemmalm gibt es Hasen.

Uns hat der Tag auf der Schwemmalm total gut gefallen, es war einfach nur herrlich, überhaupt nicht überlaufen und der Teich ein wirkliches Highlight.

Raffeiner Orchideenwelt in Gargazon

Schlechtes Wetter kommt leider auch mal in Südtirol vor und wenn es den ganzen Tag regnet, bietet sich ein Ausflug in die Raffeiner Orchideenwelt in Gargazon an. In erster Linie natürlich für Blumenliebhaber angelegt, kann man hier hunderte schöner Orchideen und Pflanzen bestaunen. Aber es gibt auch einige Tiere, die besonders bei unserem Sohn gut ankamen. In einer großen begehbaren Voliere können Gebirgslori-Papageien gefüttert werden. Unserem Sohn ist es nicht so ganz geheuer, als die Vögel auf unseren Armen, Schultern und Köpfen landen, aber mit etwas Abstand ist er dann doch fasziniert. Auch die vielen Koi-Karpfen, die in einem Wasserbecken schwimmen und die man füttern kann, begeistern ihn maßlos. Die Schildkröten können dann nicht mehr so richtig mithalten, aber zum Angucken sind auch sie interessant. Neben den Blumen und Tieren gibt es aber auch Spielmöglichkeiten in der Orchideenwelt. Ein kleiner Shop und ein Restaurantbereich runden das Angebot ab. Bei gutem Wetter gibt es einen Spielplatz im Freien, aber auch drinnen im Restaurant wartet eine kleine Spielecke auf neugierige Kinder.

Uns hat es auf jeden Fall sehr gut gefallen. Alles ist liebevoll durchdacht und wir sind begeistert, wie kinderfreundlich es hier ist. Definitiv auch für weniger Blumenbegeisterte ein lohnendes Ausflugsziel.

Erlebnisweg Pana Raida

Mein absoluter Favorit! Im Grödner Tal in der Nähe von St. Christina liegt das Sporthotel Monte Pana. Hier beginnt unser Spaziergang auf dem Erlebnisweg Pana Raida. Schon direkt beim Start sind wir vom Panorama begeistert. Hier sind wir direkt in den Dolomiten. Und die sind wirklich beeindruckend und tatsächlich nicht mit den Alpen zu vergleichen. Genau das Richtige für Bergfans.

Der Erlebnisweg Pana Raida ist speziell für Familien mit Kindern angelegt. Ohne nennenswerte Steigung und in einer Stunde begehbar, ist er auch für Kinderwagen gut geeignet. Besonders machen den Weg die 8 Erlebnisstationen, an denen nicht nur Kinder Spaß haben. Es warten zum Beispiel ein Wasserspielplatz vor tollstem Panorama, zwei tolle Schaukeln, eine Gondel, Holzpferde und Baumhäuser auf kleine und große Abenteurer. Auch für Kleinkinder, unser Sohn war zu dem Zeitpunkt 20 Monate alt, ist der Weg super zu empfehlen. Hier hat wirklich die ganze Familie Spaß. Auch ein wunderschöner kleiner Bergsee liegt an dem Erlebnisweg. Baden darf man hier zwar nicht, aber dafür wunderbar entspannen, Fische beobachten oder kneippen.

Am Ende des Weges kommt man wieder beim Sporthotel Monte Pana an. Perfekt für eine Stärkung mit Apfelstrudel, heißer Schokolade oder einem kühlen Bier. Und direkt nebenan gibt es auch noch einen großen Spielplatz.

Unser Tipp: den kompletten Tag in den Dolomiten verbringen. Wir waren vorher noch in Wolkenstein und sind mit der Gondel direkt zum Fuß des Langkofels gefahren. Von hier geht der Blick in die Ferne, auch hinüber zur Seiser Alm. In Liegestühlen kann man das Panorama ausgiebig aufsaugen oder eine kleine Wanderung unternehmen.

Ein Tag in den Dolomiten ist wirklich etwas ganz Besonderes und zeigt noch mal ein ganz anderes Südtirol als die Region rund um Meran oder Bozen. Am liebsten würde ich sofort zurück.

Rundwanderweg Schwarzseespitze am Rittner Horn

Eine weitere tolle Wanderung, die super für Familien mit Kinderwagen geeignet ist, ist der Rundwanderweg Schwarzseespitze am Rittner Horn.

Mit dem Auto geht es erst einmal in vielen Serpentinen und durch tollste Südtiroler Landschaft nach Pemmern, zum Parkplatz der Talstation der Rittnerhorn Bergbahn. Mit der Gondel fährt man gemütlich in 6 Minuten zur Bergstation Schwarzseespitze hinauf. Von hier aus geht der gut ausgebaute Rundwanderweg los. Der 2,8 km lange Weg ist relativ eben und weist nur 70 Höhenmeter auf, was mit Kinderwagen wirklich gut machbar ist. Hier oben, in über 2.000 Metern Höhe, hat man einen tollen Blick auf die umliegenden Dolomiten. Das Herz von mir als Bergfan schlägt hier definitiv höher. Besonderheiten des Weges sind zum Einen der Rundtisch mit Stühlen, von dem man das Panorama besonders gut genießen kann, und zum Anderen das Dolomitoskop, das den Blick auf die Dolomiten noch mal versüßt. Die Landschaft, durch die der Rundweg führt, ist sehr idyllisch und wunderschön.

Stärken kann man sich am Ende der Wanderung im Gasthaus Schwarzseespitze, das direkt an der Bergstation liegt. Hier gibt es auch einen kleinen Spielplatz für unseren Abenteurer.

Den Rundwanderweg Schwarzseespitze können wir definitiv allen naturbegeisterten Familien empfehlen und finden es besonders toll, dass der Weg auch für Kinderwagen geeignet ist.

Aber auch in Südtirol ist nicht alles rundum schön oder zu empfehlen. Daher möchten wir auch unseren nicht so schönen Ausflug mit dir teilen: 

Achtung, herbe Enttäuschung: Taser Alm

Die Taser Alm wird im Internet als sehr familienfreundliche Alm mit Bergzoo und Spielplatz angepriesen. Da erwartet man schon einiges. Umso enttäuschender ist es dann, wenn die Erwartungen nicht annähernd getroffen werden.

Mit der Gondel geht es von Schenna aus auf den Berg. Schon die Gondel ist sehr klein und eng und Kinder dürfen nicht im Kinderwagen bleiben. Schon mal der erste Minuspunkt. Oben angekommen geht die Ernüchterung erst so richtig los: die „Alm“ ist ein großes Hotel mit Restaurant, von Almgemütlichkeit keine Spur. Der Hunger lässt uns dennoch einkehren, aber selbst die Pommes schmecken nicht, sie sind kalt und knallhart. Unser Kleiner bekommt etwas zum Malen, aber die meisten Buntstifte sind abgebrochen. Familienfreundlich geht anders.

Wir hoffen also auf den Bergzoo. Aber dieser ist wirklich eine, entschuldigt den Ausdruck, Lachnummer. Ein Zaun, für Kinder viel zu hoch und ohne Gucklöcher, umschließt mitten am steilen Hang 2-3 Ziegen. Wow. Was für ein Bergzoo. Füttern oder streicheln? Keine Chance. Auch der Spielplatz kann unsere Enttäuschung nicht bessern. Steil am Hang gelegen, so dass man das Kind auch nicht alleine laufen und spielen lassen kann.

Das Einzige, was an der Taser Alm schön ist, ist der Ausblick ins Tal und auf die Berge. Aber davon hat unser Kleiner leider noch nichts. Unsere Erwartungen waren einfach zu hoch. Für uns geht es also, nach geraumer Wartezeit auf die Gondel, wieder zurück ins Tal, wo wir den Tag im Pool und Planschbecken doch noch schön ausklingen lassen.

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